Rechtliches zur Ladeinfrastruktur

1. Darf ein Dorfladen Strom verkaufen?
2. Darf eine Gaststätte Photovoltaikstrom an seine Gäste verkaufen?
3. Welche Steckdose ist Ladesäulenkonform?
4. Darf ich kWh-genau, pauschal oder nach Zeit abrechnen?
 
Das Netzwerk RE MV e.V. konnte mithilfe des Neulandgewinnerprojektes der Robert-Bosch-Stiftung umfangreiche Beratungsleistungen zu diesen essentiellen Fragen, die an jedem Standort, bei jeder BürgermeisterIn, bei jedem Gemeindevertreter immer wiederholt auftreten. Dies völlig zu recht.
zu 1.: Ja, ein Dorfladen darf auch Strom verkaufen. Geregelt wurde dies im Strommarktgesetz am 30.07.2016, wonach der Dorfladen als Letztverbraucher gilt. Jedes Auto, welches dann Strom läd, verbraucht rechtlich gesehen keinen Strom. Dies ist für einen Leihen nicht zu verstehen, denn nach dem Eichrecht, wird wiederum genau darauf geachtet, dass er, sofern er kWh-genau abgerechnet wird, auch über einen geeichten Zähler Strom kauft. Es handelt sich dann aber eher um eine Dienstleistung und nicht mehr um Strom nach Strommarktgesetz.
zu 2.: Ja, da der Dorfladen oder die Gaststätte ja rechtlich keinen Storm verkauft, darf sie auch den Sonnenstrom an seine Gäste verkaufen, genauso, wie sie mit dem Sonnenstrom auch das Essen für die Gäste zubereiten darf.
zu. 3.: In der Ladesäulenverordnung gibt es zwei Steckdosentypen. Diese sind in Normal- und Schnellladestation unterschieden. Normalladestationen bezeichnen die Wechselstrom-Ladestationen bis zu 22 kW. Schnellladestationen sind Gleichstromladestationen, i.d.R. 50 kW. Erstere sind deutlich preiswerter, da die Ladegeräte der Autos mitverwendet werden. Bei Schnellladestationen ist viel Kupfer verbaut, da es ein Hochleistungsladegerät außerhalb des Autos ist. Das Verhältnis beim Preis ist daher etwa 1:8, also für eine Schnellladestation bekommt man etwa 8 Normalladestation.
zu 4: Genau diese Abrechnungsmöglichkeiten gibt es. Allerdings muss man bei den kWh-genauen Abrechnungen einen geeichten Zähler, der (Stand August 2016) auch ein Sichtfenster haben muss, damit der Kunde die Möglichkeit hat, seine geladene Menge zu überprüfen. Zukünftig muss es auch ein Signierbarer Zähler sein, wofür es derzeit wohl nur wenige Hersteller in Deutschland gibt. Bei der Wahl nach dem Bezahlsystem muss also auch dringend auf die richtige Hardware geachtet werden! Nicht jede Ladestation eignet sich für jede Bezahlmethode. Hotels verschenken i.d.R. den Strom, da sie ihren Gästen ja bereits eine Übernachtung verkauft haben.

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